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Das Kloster Hiddensee


1296 schenkte Fürst Wizlaw II. dem Kloster Neuenkamp, heute Franzburg, die Insel Hiddensee. Eine Zisterzienserabtei »Nikolaikamp«, dem heiligen Nikolaus, dem Schutzheiligen der Seefahrer, gewidmet, sollte auf der Insel gebaut werden. Kloster Hiddensee hieß sie aber in der gesamten Zeit ihres Bestehens. Ora et labora - dieser Rhythmus von Arbeit und Gebet bestimmte das klösterliche Leben. Ungefähr 20 bis 30 Mönche lebten in der Klosteranlage, die sich vom heutigen Hafen Kloster bis zum Kirchweg unmittelbar vor dem Inselfriedhof erstreckte. Parallel zum Aufbau des Klosters entstand bereits 1302 eine kleine Kirche im Süden der Insel. Sie diente der Betreuung der Seeleute, die auf dem Wege nach Stralsund am Gellen oft Halt machen mussten, um ihre Schiffe im flachen Bodden zu entladen. Die geistliche Betreuung am Hafen war ab 1306 verbunden mit der Führung der »Luchte«, einem Leuchtfeuer, das als Seezeichen diente. Eine »Bauernkirche« wurde 1332 in Kloster geweiht. Sie diente als Pfarrkirche für die Fischer und Bauern der Insel, war aber nicht Bestandteil der Klosteranlage, sondern befand sich vor dem Klostertor. Die heutige Inselkirche ist auf ihren Grundmauern errichtet. Von den alten Klosteranlagen ist heute leider nichts mehr vorhanden, denn nach der Reformation um 1536 verließen die Mönche die Insel, die Gebäude verfielen und wurden zu willkommenem Baumaterial.

Durch die Ausgrabungen in den Jahren 1883, 1954/55, 1960/61 und 2008 ist es möglich die Anlage des Klosters in ihren Grundzügen nachzuzeichnen.
Von West nach Ost stand eine große, etwa 70m lange Kirche. Der Altar  stand nach alter Tradition im Osten. Im Osten lag auch die Sakristei mit dem danebenliegenden Kapitelsaal. Im Süden der Klosteranlage war die Wärmestube der Mönche gebaut und das Refektorium, in welchem das Mittagsmahl eingenommen wurde.

Natürlich gab es auch einen Kreuzgang mit gotischem Kreuzgewölbe,  dazu noch Keller, Gänge, Warmluftkanäle und eine Heizanlage im Kloster. Der Klosterhof war von einer Steinmauer umgeben. Die südliche Begrenzung  lief dicht am Bodden entlang. Östlich ging die Mauer am heutigen Gutshaus vorbei, und die westliche Seite der Mauer war ungefähr auf der Linie Rüstzeitheim der Kirche und dem Hotel »Dornbusch«. Die Reste der alten Feld- und Backsteinmauer unterhalb des Pfarrhausgartens, die in Verbindung mit dem gerade restaurierten Tor neben dem Küsterhaus steht, ist vermutlich ein späterer Nachbau aus der Zeit um 1750, als die Insel dem Kammerrat Giese aus Stralsund gehörte. Der Herr Giese hat eine Vorliebe für Tradition und Kulturpflege. Ihm und seiner Frau verdankt die Kirchengemeinde Hiddensee auch einiges Kirchengerät, das heute noch in Gebrauch ist.

Dir drei Teiche von Kloster sind wahrscheinlich einst von den Mönchen angelegt worden. Das Hotel »Dornbusch« steht  auf dem alten Mühlenberg von Kloster. Auf diesem Berg arbeitete bis 1860 eine Windmühle. In der Nähe des »Schwedenhagen« stand ein sogenanntes Ziegelhaus. Dieses Gebäude gehörte auch zum Kloster und war vermutlich eine Ziegelei.