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  • Kirchenzeitung MV, 29.1.2012
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    aus Holz

Die Orgel


Die „Königin der Instrumente“ erklingt seit 1943 in unserer Kirche. Sie ist eine Arbeit des Potsdamer Orgelbaufirma Alexander Schuke (heute ist der Firmensitz in Werder/Havel), die sie auch noch betreut.
Für die Orgelkonzerte, die von Mai bis Oktober jeden Donnerstag stattfinden sind Organisten aus ganz Deutschland, sogenannte Kurkantoren, die hier ihren Urlaub verbringen und aller zwei bis drei Wochen wechseln, verantwortlich.
Die Disposition stammt von Prof. Wolfgang Reimann, Berlin:

Manual I
1. Gedackt 8´
2. Prinzipal 4´
3. Mixtur IV

Manual II
4. Quintatön 8´
5. Rohrflöte 4´
6. Nachthorn 2´
7. Sesquialtera II

Pedal
8. Subbaß 16´
Manualkoppel, Pedalkoppel I / P und II / P Mechanische Schleifladen 

 Orgelsanierung 2012

„Diese Orgel hat Seewind in den Pfeifen!“, so charakterisierte vor Jahren ein Kantor unsere Orgel. Ob er den frischen, herben Klang meinte, der mit 8 Registern, zwei Manualen und einem Pedal erzeugt wird, kann ich nur vermuten. Aber die Hiddenseer Inselkirche steht ungefähr 300 m Luftlinie von der Ostsee entfernt und wenn der Westwind mit Stärke 10 über die Insel fegt, weiß ich genau, was es mit dem „Seewind“ auf sich hat. Denn was sollte es sonst sein, was die Windanlage (Blasebalg) in die Orgelpfeifen bläst, Seewind!

Gebaut wurde die Orgel 1942, als Opus 199 in der Potsdamer Werkstatt von Alexander Schuke. Den fehlenden Transportkapazitäten im Krieg war es dann geschuldet, dass sie erst im September 1943 geweiht werden konnte. Dabei anwesend, als wohl prominentester Gast, der Dichter Gerhart Hauptmann, dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.
Seither wird die Orgel nicht nur für die regelmäßigen Gottesdienste, Hochzeiten, Taufen und Trauerfeiern genutzt, sondern erklingt von Mai bis Oktober auch einmal in der Woche zum Orgelkonzert.
Für diese Konzerte, die jeden Donnerstag stattfinden, sind Organisten aus ganz Deutschland, sogenannte Kurkantoren, die hier ihren Urlaub verbringen und aller zwei bis drei Wochen wechseln, verantwortlich. Sie spielen alte, klassische, romantische, moderne und auch zeitgenössische Orgelmusik.

Eine Orgel ist, neben aller Klangfülle, ein sensibles, kompliziertes, mechanisches Gebilde. Filigrane Teile befinden sich auf engstem Raum und da sie meist, wie bei uns, aus Holz bestehen, sind diese durch die hohe Luftfeuchtigkeit auch sehr beansprucht.  Den Urlaubern ist diese frische Meeresbrise natürlich hoch willkommen, Instrumenten aber ist sie wenig zuträglich.

Damit unsere Orgel auch weiterhin in der Kirche erklingen kann, wurde sie 2012 aufwendig, mit Hilfe von Spendengeldern, dem Förderverein, Mitteln der UEK und der Landeskirche, saniert.

Der frische Seewind wird weiterhin in unserer Orgel wehen, der Klang bleibt unverändert.
(Text: Uta Gau)